Medienkonferenz: Start Unterschriftensammlung

Initiative: Korrektion von Flüssen und Bächen ohne Kulturlandverlust

Im Mai wurde die Unterschriftensammlung für die Thurgauische Volksinitiative «Kulturlandschutz/LN/FFF bei Gewässerkorrektionen» gestartet. Anlässlich einer Medienkonferenz hat das Initiativkomitee erklärt, wie mit der Initiative ein vernünftiger Hochwasserschutz realisiert werden soll. Mit den vorgesehenen Projekten des Kantons würde mit unverhältnismässig hohen Kosten zu viel Kulturland vernichtet. Das gilt es zu verhindern.

Ein aktuelles Beispiel stellt die 2. Thurkorrektion (Revitalisierung der Thur) dar. Im Vordergrund stehen bei diesem Projekt der Hochwasserschutz, die Renaturierung und die Erholung. Der Schutz des Kulturlandes und die Vermeidung von Kulturlandverlusten fehlen dagegen bei den Projektzielen.

Kantonsrat Andreas Guhl warnte vor einem „einseitigen Bauernopfer“. Bei der Thurrenaturierung werde nur landwirtschaftliche Nutzfläche geopfert. Anhand einer Karte von ca. 1837 erläuterte Guhl die Besiedelung der Thurebene und die unabsehbaren Folgen für das gesamte Siedlungsgebiet, wenn die Thur wie vorgesehen renaturiert wird. Der Grundwasserstrom der Thur breitet sich stellenweise über die ganze Thurebene aus. „Wasserschäden entstehen auch durch den steigenden Grundwasserspiegel. Schäden bei starken Niederschlägen werden zur Tagesordnung gehören“, befürchtet Guhl.

Landwirt Jörg Rechsteiner erklärte, wie landwirtschaftliche Nutzfläche erhalten werden soll. Er verlangt vom Kanton eine Flächenbilanz. Für Rechsteiner ist es sinnvoll, dass im Gewässerraum wegen der Schadensgefahr keine Hochbauten erstellt werden sollen. Ein Verbot der produktiven Landwirtschaft sei deswegen jedoch nicht notwendig.

Der Vize-Präsident des Bundes der Steuerzahler (BDS) Schweiz, Heinrich Frei, sind die hohen Kosten der Thur-Renaturierung ein Dorn im Auge. Frei rechnet vor, dass im Teilabschnitt zwischen Bürglen und Weinfelden 1 Kilometer 8.1 Millionen Franken kosten würde und befürchtet, dass diese Zahl noch weiter steigen könnte. „Das ganze Vorhaben ist eine masslose Geldverschleuderung, welche überhaupt keinen Nutzen bringt“, so Frei weiter.

Landwirt Hans Stalder spricht sich für ein alternatives Projekt aus, welches die betroffenen Bauern bereits vor zehn Jahren vorgestellt hätten. Dieses beinhaltet bereits im Einzugsgebiet einen Staudamm oder sah mehrere Rückhaltebecken vor, damit die Hochwasserspitze gebrochen werden könnte. Stalder bemängelt, dass der Kanton nicht auf die Anliegen der Bauern eingegangen sei: „Diese amtliche Art Hochwasserschutz bewirkt die Zerstörung unserer guten Ackerböden.“

Die Vernichtung von 90 Fussballfeldern Kulturland kostet 30 Millionen Franken! Das ist absurd – geht es doch 10-mal billiger, wenn man das Kulturland schont!

Bis am 6. November haben die Initianten nun Zeit, 4000 Unterschriften zu sammeln, damit das Thurgauer Volk über die Gewässerkorrektionen abstimmen kann.

Referate

Andreas Guhl, Kantonsrat: Download PDF

Jörg Rechsteiner, Sekretär NBKS: Download PDF

Heinrich Frei, Vize-Präsident Bund der Steuerzahler (BDS): Download PDF

Hans Stalder, Co-Präsident NBKS: Download PDF

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